Trainchallenge

ein Tag mit vielen Aha-Momenten

Am Samstagvormittag versammelten sich elf Jugendliche gemeinsam mit ihren Begleitpersonen am Bahnhof Bischofszell zur traditionellen Trainchallenge. Ohne es zu ahnen, erwartete die Jugendlichen bereits dort die erste Aufgabe des Tages: Sie mussten ihr Natel für den gesamten Tag bei ihren Begleitpersonen abgeben. Für viele war die Vorstellung, einen ganzen Tag ohne Natel unterwegs zu sein, zunächst ungewohnt und nicht ganz einfach. Nach kurzem Zögern gaben jedoch alle ihre Geräte ab – und das Abenteuer konnte beginnen.

Jede Gruppe erhielt eine Tasche mit verschiedenen Aufgaben. Unter anderem galt es, ein Kreuzworträtsel zu lösen, in einer Kirche bewusst einen stillen Moment zu verbringen, ein persönliches Gebetsanliegen zu formulieren, ein Logo für den Heiligen Geist zu entwerfen, anderen Menschen eine Freude zu bereiten, eine Kantonshauptstadt zu besuchen sowie ein Outfit für ein Teammitglied zusammenzustellen. Zudem sollten sich die Jugendlichen über ihren eigenen Lebensweg – von der Geburt bis heute – austauschen. Unterstützung durften sie sich unterwegs bei Passantinnen und Passanten holen, allerdings ganz ohne ihr Natel. Immer wieder griffen die Jugendlichen automatisch an die Stelle, an der sonst ihr Natel steckt – nur um festzustellen, dass sie heute ohne technische Hilfe unterwegs waren.

Schon bald wuchs die Gruppe spürbar zusammen. Gemeinsam überwanden sie Hemmschwellen, halfen einander und fanden kreative Lösungen. Einige Menschen wurden von den Jugendlichen mit einer Rose überrascht. Und dort, wo sonst viele Fahrgäste still für sich mit dem Natel beschäftigt sind, entstanden plötzlich Gespräche über den Sinn des Lebens und ihre Zukunft. Die Jugendlichen machten sich gemeinsam auf die Suche nach Spuren des Heiligen Geistes oder baten Mitreisende um Unterstützung beim Kreuzworträtsel.

Am späten Nachmittag trafen sich alle Teams in der Stiftsamtei wieder und blickten gemeinsam auf den erlebnisreichen Tag zurück. Auf die Frage, was ihnen am schwersten gefallen sei, antworteten die Jugendlichen einstimmig: fremde Menschen anzusprechen. Für die Begleitpersonen ist es jedes Jahr aufs Neue erstaunlich zu sehen, wie wenig es eigentlich braucht, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sein Gegenüber bewusst wahrzunehmen.

Karin Currà

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