hinter Schloss & Riegel
Dieser Begriff wird im Allgemeinen verwendet, wenn es um das Thema Haftstrafe geht. Doch wie verhält es sich denn nun tatsächlich? Wie muss man sich “das Einsitzen” vorstellen? Die FG Bischofszell-Sitterdorf hatte sich am 5. September mit 35 interessierten Frauen aufgemacht in Richtung Saxerriet, um dies zu erfahren.
Zunächst wurden wir in einem Aufenthaltsraum begrüsst. Hier erfuhren wir bereits viele Details zum Aufenthalt im Saxerriet, wo sich der grosse Teil der Männer am Ende seiner Haftzeit und mit einer guten Prognose im halboffenen oder offenen Strafvollzug befindet.
Der halboffene oder offene Vollzug ist auf das Ziel ausgerichtet, die eingewiesenen Personen auf ihre Integration in die Gesellschaft vorzubereiten und dadurch langfristig kriminalpräventive Wirkungen bei den Eingewiesenen zu erzielen. Dazu gehen diese Personen ausserhalb einer Arbeit nach und kehren abends zurück oder gehen innerhalb der Anstalt einer Tätigkeit nach. Urlaub gehört mit zum Alltag. Das Areal ist von keiner Mauer umringt.
Zuverlässigkeit, Eigenverantwortung und Vertrauen sind wichtige Voraussetzungen, damit der offene Vollzug gelingt.
Die unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründe der Gefangenen führen da und dort zu Spannungen oder Konflikten – dies soll nicht verschwiegen werden.
Beim anschliessenden Rundgang konnten die Arbeitsplätze in der Gärtnerei besichtigt werden. Hier besteht die Möglichkeit für die Öffentlichkeit, Einkäufe zu tätigen – auch dies ein Zeichen der “offenen Mauern”. Weitere Arbeitsplätze stehen z.B. in der Werkstatt, der Schreinerei sowie im Gutsbetrieb bereit.
Der Rundgang bot einen interessanten Einblick in die Strafanstalt Saxerriet und brachte den Zuhörerinnen den Ansatz der Reintegration näher.
Zum Znacht kehrten die Frauen im Restaurant Schützenhaus Altstätten ein, wo ein feines Abendessen auf die hungrigen Mägen wartete.
Unter angeregten Gesprächen kehrte die Gruppe gegen 20.30 Uhr zufrieden nach Hause zurück.
Ein herzlicher Dank gilt M. Rutz, welche die Reise vorbereitet hatte.
Bea Vicentini




